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Ende khmer-Projekt & Beginn care-Project (03. - 05.12.2012) / Ausflug an den Strand (07. - 10.12.1

Letzten Montag war es dann soweit: Mein khmer-Projekt neigte sich dem Ende zu, mit meinem persönlichen Highlight.
Wir besuchten einem Kochkurs und lernten typisch kambodschanische Gerichte zuzubereiten.
Es gab Frühlingsrollen & Amok, eine Art Curry mit Fisch oder Fleisch. Wir entschieden uns für die Variante mit Fisch und gingen auch gleich, nachdem wir in der Kochschule angekommen sind, auf den Markt.
Die Anblicke & Gerüche dort vertrieben Sarah und Mir leider erstmal den Hunger, denn überall hing ungekühltes, aber wahrscheinlich frisches Fleisch, wobei die Fliegen schon daran rumgekreist sind.

Da wir ja aber zum Glück kein Fleisch brauchten ging es weiter zum Fisch, der vor unseren Augen frisch geschlachtet wurde.
Der Gerucht von frischem Fisch macht mir, als wasch-echte Hamburgerin, ja nichts aus, aber der Anblick wie dem Fisch der Kopf einfach abgehackt wurde war dann doch zu viel.

Mit frischem Gemüse und dem toten Fisch ging es dann zurück in die Kochschule.
Wir schälten Gemüse, füllten unsere Frühlingsrollen und lernten wie wir sie richtig falten mussten, damit beim Fritieren nichts herausfällt.

Als Hauptgericht kochten wir das Curry-Ähnliche Gericht Amok.

In einem großen Mörser zerstampften wir Zitronengraß, Knoblauch und noch ein paar Gewürze zu einer Paste und schmeckten diese mit Chilli und Kokosmilch ab.
In zwei zusammengefalteten Palmenblättern dämpften wir den Fisch zusammen mit der Soße und hatten nach nur 20 Minuten ein unglaublich leckeres Essen!
Leider haben wir am Ende des Kochkurses kein Heft mit den genauen Rezepten bekommen, aber Sython wollte sich für uns nochmal erkundigen!
Und falls wir kein Heft bekommen, dann frage ich einfach meine Köchin Rath und lass mir von Sython alles in Englisch übersetzen :D

Den Nachmittag verbrachte ich dann auch mit Kochen, da ich das Abendessen zusammen mit meiner Köchin zubereiten sollte.
Es machte wirklich Spaß mal wieder vor dem Herd zu stehen! Wenn man seine täglichen Gewohnheiten oder Hobbys mal nicht ausleben kann, dann merkt man doch wie sehr einem gewisse Dinge fehlen..
Auf gemeinsame Kochabende mit Valentin freu ich mich jetzt schon wieder & mir läuft jedes Mal das Wasser im Mund zusammen, wenn ich an unseren leckeren Pasta-Kreationen denke


Am Dienstag Morgen ging dann meine Arbeit im care-Project los.
Ich arbeite in einer Einrichtung die Kinder aus den Slums zu sich holt, wenn sie missbraucht wurden, ihre Elten sich nicht um sie kümmern können oder sie zum Beispiel zum Betteln auf die Straßen geschickt werden, statt in die Schule.
Eine weitere Freiwillige aus Dänemark namens Emma hatte am Dienstag auch ihren ersten Tag dort & ich war nicht alleine!
Glücklicherweise trafen wir im Center noch Fabienne, einem Mädchen aus der Schweiz die ich vor meiner Reise nach Kambodscha schon über Facebook kannte.
Sie konnte uns die Startschwierigkeiten etwas nehmen, obwohl wir gleich schon mit negativen Eindrücken überschwemmt wurden:
Wir kamen an, sollten einen Zettel unterschreiben, der besagt, dass wir nett zu den Kindern sein werden & zum Beispiel keine Fotos von ihnen machen & sie veröffentlichen, auf denen die Kinder leidend aussehen.
War natürlich kein Problem, da wir den Kindern ja helfen wollen!
Danach ging es auch schon gleich in die Slums, weil Fabienne ein paar Schulsachen gekauft hat und diese nun den Kindern überreichen wollte, als eine Art Abschiedsgeschenk.
Auch Emma & Ich werden ein bis zweimal in der Woche mit in die Slums gehen um dort den Sozialarbeitern bei der Arbeit zuzugucken.
Und aus zugucken besteht wohl ziemlich viel unserer Arbeit, wenn man Fabienne glauben darf.
Nach dem Lunch sollten wir eigentlich unseren Arbeits- & Zeitplan bekommen, welche Aktivitäten mit den Kindern geplant sind.
Den Plan haben wir leider nicht bekommen und wir saßen eigentlich nur ziemlich verloren auf dem Gelände rum, da uns niemand gesagt hat was wir wirklich machen sollen.
Also setzten wir uns zu den 3 Kindern, die gerade im Center waren und schauten ihnen bei einem Kartenspiel zu, dessen Sinn wir nicht so ganz verstanden haben.
Die Kindern waren irgendwann ganz ungeduldig, dass wir das Spiel nicht verstanden haben & Emma und Ich waren leicht überfordert, da niemand von Khmer auf Englisch übersetzen konnte, weil einfach niemand da war.
Die Betreuer oder Besitzer der Einrichtung haben sich in ihrem Büro verkrochen und Nudeln gegessen.
Fabienne hat uns etwas Mut gemacht, dass wir am nächsten Tag vielleicht unseren Plan bekommen und dann eher wissen, was wir machen sollen..
Weil Emma & Ich uns nicht darauf verlassen wollten, überlegten wir uns lieber selbst ein paar Aktivitäten mit den Kindern, wie zum Beispiel einen Piraten- & Indianer-Tag oder einen Kosmetik-Tag mit Angry Birds Haarspangen und Nagellack.

Der nächste Tag brach an und wir waren pünklich um 8:00 im Heim, nur dass schon wieder niemand da war.
Nach 20 Minuten kamen endlich die ersten Kinder aus ihren Zimmern und wir setzen uns mit ihnen in den Hof, immernoch sehr unsicher, was wir denn nun genau machen sollen.
Um nicht völlig bescheuert rumzusiten schnappten wir uns Papier und Stifte und versuchten ein paar Kinder zum Malen zu animieren.

Irgendwann zeigte und eins der Kinder den Grund für die Abwesenheit von so vielen Kindern: Es fand gerade Englischunterricht für die ganz Kleinen statt und somit setzten wir uns in die Klasse und schauten beim Unterrichten zu.

Die Zeit kroch nur so dahin und al es endlich 11 Uhr war, waren Emma & Ich doch sehr erleichtert, dass wir zum Mittagessen aufbrechen durften.
Tuk tuk fahren ist nach einer Zeit dann doch spannender, als zum 50 Mal ein fürchterlich ausgesprochenes ABC auf Englisch zu hören..


Nachmittags stellten wir wieder fest, dass von unseren Center-Leitern juede Spur fehlte und wir alleine mit khmer-Sprechenden Köchen und ein paar Kindern waren.

Die Kinder waren leider alle noch zu verschlafen, um nach ihrer Mittagsruhe mit uns Ball zu spielen & somit saßen wir rum und haben uns über Gott und die Welt unterhalten.
Nach einer Stunde kam der Center-Leiter aus seiner Mittagspause oder einem Meeting zurück & wollte, dass wir Weihnachtskarten mit den Kindern basteln.
Aber versuche mal einem buddhistischen Kind die Bedeutung von Weihnachten zu erklären, wenn Sie nicht sonderlich viel Englisch sprechen..
Im Endeffekt haben Emma & Ich die Karten gemalt und die Kinder haben rumgekritzelt und nach 5 Minuten schon die Lust verloren.

Wir schafften es trotzdem irgendwie einen großen Haufen an Karten zu basteln und legten diese ins leere Büro vom Center-Leuter – wo auch immer der schon wieder abgeblieben war!


Die nächsten Tage verbrachten wir eigentlich genauso: Die erste Stunde rumsitzen, bis endlich mal Kinder kamen & dann weitere Weihnachtskarten basteln. Der Center-Leiter möcht nämlich jeden Sponsor eine Weihnachtskarte von "seinem" Kind schicken.
Wir haben nach 10 Mal nachfragen auch irgendwann eine Liste mit Sponsoren bekommen und dann brav die Namen auf den Karten verteilt & die Kinder unterschreiben lassen.
Als wir so gut wie fertig waren hat ein Kind einen wirklichen Wutausbruch bekommen, als Ich den Namen eines Sponsors auf seine Karte geschrieben habe. Erst dann wurde uns von einem Kind mitgeteilt, dass jedes Kind einen eigenen Sponsor hat. Die meisten Kinder kennen den Namen vom Sponsor wohl garnicht, deswegen hat niemand gemeckert.
Aber ein Kind wusste den Namen und hat sich tierisch darüber aufgeregt, dass ein falscher Name auf seiner Karte steht – zu Recht natürlich!
Für das Center ist es wirklich peinlich, dass uns niemand bescheid gesagt hat & nun die Sponsoren eine Weihnachtskarte von einem anderen Kind bekommen..
Es ist wirklich unglaublich, wie verplant und unorganisiert die Menschen dort sind!
Und wirklich Freude bereiten mir nur die Kinder, wenn denn man welche da sind mit denen man spielen kann!

Aber ich möchte die Hoffnung noch nicht aufgeben, vielleicht wird dieArbeit etwas spannender, wenn wir in den Slums sind – in der Hoffnung, dass wir dort auch wirklich etwas machen dürfen & nicht nur sinnlos in der Gegend rum stehen.
Achja aber für Spenden oder billigen Englisch-Unterricht sind wir im Center dann doch zu gebrauchen: Ich wurde in meiner einen Woche, die ich nun in meinem care-Project Arbeite schon 3 Mal gefragt, ob Ich den Kindern nicht Englisch beibringen kann oder vielleicht auch ein paar Schulsachen von meinem Geld kaufen kann, damit die Kinder in den Slums zur Schule gehen können.
Ich war etwas ungehalten, als ich auf eine Spende angesprochen wurde, da ich ja schon ziemlich viel Geld für Projects Abroad bezahlt habe & wenigstens wenigstens ein bischen von meinem Geld auch im Center gelandet ist.
Zumindest für den Center-Leiter sind wir Europäer super reich und bei uns wächst Geld auf den Bäumen..

Natürlich werde ich dem Center etwas spenden, wenn ich gehe: Klamotten, mein Moskitonetz und den ein oder anderen Schreibblock und Stift werde ich natürlich mitbringen.
Aber ich fand es dann doch schon relativ frech, gleich am zweiten oder dritten Tag nach Spenden zu fragen!


Als die erste Woche in meinem care-Project zu Ende ging war ich mehr als nur enttäuscht. Ich hatte es mir wirklich anders vorgestellt, dass die Menschen auf unsere Hilfe angewiesen sind und Ich mit meiner Anwesenheit etwas verändern kann.
Aber die Realität hat mich für meinen Geschmack etwas zu schnell eingeholt.
Eigentlich sind wie nur super billige Babysitter oder wahlweise Englischlehrer, die bitte ganz viel zusätzliches Geld mit in das Center bringen.
Die Arbeit vom Center ist Lobenswert, das steht außer Frage, aber einen wirklichen Grund für die Anwesenheit von uns Freiwilligen sehe ich bis jetzt noch nicht.

Völlig unmotiviert hatte ich immerhin einen Lichtblick vor mir, denn am Freitag Abend bin ich mit dem Nachbus an den Strand gefahren.

Sihanouk Ville heißt der wunderbar paradisische Ort im Süden Kambodschas
Von meiner deutschen Freundin Sarah musste ich mich vor der Fahrt leider schon verabscheiden, es ist ungaublich wie schnell ein Monat doch vorbei ist!
Tränenreich und mit dem Versprechen den Kontakt nicht zu verlieren & uns gegenseitig mal zu besuchen, machte ich mich dann auf den Weg zum Strand.

Gegen Mitternacht kamen wir in einem von Partys und bunten Lichtern flimmernden Ort an und fanden unsere Backpacker Hostel zeimlich schnell.
Für 3$ die Nacht schliefen wir in einem Viererzimmer und teilten uns mit zwei anderen Zimmern ein Badezimmer.
Wirklicher Luxus war es bei weitem nicht, aber dafür haben wir auch nur unglaubliche 3$ bezahlt :D


Sihanouk Ville an sich ist eine nettere Version von Mallorca: Zwar mit genauso vielen betrunkenen Menschen, die nur Party machen wollen, aber dafür ist der Ort viel charmanter und deutlich freundlicher

Wir machten uns am nächsten Morgen wunderbar ausgeschlafen auf den Weg zum Strand und frühstückten mit den Füßen im Sand Müsli mit frischen Früchten und Jogurt. Leider ist bei dem Fruchtsalat immer Banane mit dabei & ich vergesse wirklich immer zu sagen, dass ich keine Banane haben möchte!
Vielleicht lerne ich es ja irgendwann noch mal daran zu denken xD


Nach dem Frühstück haben wir uns eigentlicg garnicht mehr so viel bewegt, da wir einen wunderbaren Ausblick auf Palmen, türkieses Wasser und kilometerweite Strände hatten.
Dort ließ es sich wirklich für die nächsten Stunden mit einer kalten Kokosnuss und einem guten Buch in der Sonne aushalten
Und das tollste an dem ganzen Strand-Tag war das Schwimmen im Meer, denn das Wasser ist endlich auch mal für mich warm genug und fühlt sich nach einer unendlich großen Badewanne an :D

Unser Abend war ganz wunderbar, dess es gab Nudeln für 1$ und als "Nachtisch" einen Frosch in unserem Zimmer. Das gute Kerlchen hat sich einfach nicht vertreiben lassen und wir mussten ihm wirklich gut zureden, bis es nach einer halben Stunde doch mal aus dem Zimmer gehüpft ist

Am Sonntag haben wir für unglaubliche 13$ einen Tagesausflug zu der wunderbaren Insel Bamboo Island gemacht; inklusive Frühstück, Mittagessen und zweimal Schnorcheln! Überall anders auf der Welt hätte man dafür wahrscheinlich bis zu 100$ ausgegeben, aber hier kriegt man wirklich sehr viel für sehr wenig Geld!

Im dem kleinen Boot saßen wir allerdings wie Ölsardienen gequetsch. Das ist dann wohl der Nachteil, wenn man wenig Geld bezahlt: Komfort wird nciht so groß geschrieben..
Aber wir waren ja nicht aus Zucker und genossen die Fahrt, an vielen kleinen Inseln vorbei bis wir schließlich bei einem Korallenriff angehalten sind um zu schnorcheln.
Ich war total gespannt, konnte aber leider ohne meine Brille unter Wasser nur 2 Meter weit gucken. Die Sonne hat an dem Tag nicht viel geschienen und das Wasser war sehr aufgewühlt. Wenn man dann auch noch zusätzlich ein Blindfisch ist, konnte ich froh sein wenigstens zwei exotische Fische gesehen zu haben..

Weiter ging es dann nach Bamboo Island, einer Insel die sich wirklich nicht nur paradisisch anhört sondern auch noch so aussieht!

Wir konnten dort schwimmen und ich habe viele Fotos gemacht und Muscheln gesammelt.
Überall sind kleine Krebse aus ihren Löchern gekrabbelt und wir haben unter Palmen fangfrischen Fisch zu Mittag gegessen

Leider ist das Wetter schlechter geworden, dafür konnten wir ein unglaubliches Naturschauspiel miterleben.
Denn zuerst hat es nur auf der gegenüberliegenden Insel von Bamboo Island geregnet und wir haben nur den Regen gesehen, wie er in der Sonne geglitzert hat.
Der Wind hat aber nach einer Zeit gedreht und die Regenwolken wurden zu uns hinüber geweht. Unter einem kleinen Unterschlupf konnten wir also langsam zusehen wie der Regen immer dichter auf uns zukam! Das war wirklich unglaublich!

Nachdem sich das Wetter wieder gebessert hatte sind wir leicht fröstelnd wieder zurück gefahren. Die anderen Mitfahrer hatten nochmal die Möglichkeit zu schnorcheln, bis wir wieder den Hafen von Sihanouk Ville erreicht haben.

Zurück an Land gingen wir alle erstmal duschen, denn ich habe wirklich vergessen wie unangenehmt das Gefühl von Salzwasser auf der Haut sein kann.
Frisch geduscht haben wir den Imbiss-Tip von Emma beherzigt und haben beim Slumdog Curry gegessen. Das war das beste indische Essen in meinem ganzen verdammten Leben! :D
Mit Naan-Brot, einem roten Linsen Curry, einem vegetarischen Curry und zwei anderen anderen indischen Gerichten habe ich es mir ganz ausgezeichnet gehen lassen und war fast etwas enttäuscht, als ich satt war und aufgegessen hatte haha

Leider hat sich Kathie mit irgendeinem Essen oder Getränk den Magen verdorben und sich den ganzen Abend übergeben, bis wir sie in ein klimatisiertes Hotel mit eigenem Badezimmer verfrachtet haben. Dort konnte sich die Ärmste dann den Rest der Nacht etwas erholen und hoffentlich ungestört schlafen.
Wir anderen haben nur noch ein paar Fruchshakes getrunken und den Abend am Wasser sehr genossen, da wir am Montag wieder den Heimweg angetreten haben.
Kathie ging es zum Glück etwas besser und sie hat die Busfahrt gut überstanden.
Und was mich betrifft: Ich wollte eigentlich garnicht mehr zurück ins laute und graue Phnom Penh.
Unglaublich erholt und fröhlich bin ich in den Bus eingestiegen und fast wieder genauso unmotiviert und deprimiert aus dem Bus ausgestiegen..
Auch wenn ich die Stadt auf eine seltsame Art und Weise mag, es fehlt hier doch definitiv ein Ort zum Entspannen! Selbst wenn man in einem der vielen netten Cafés sitze hört man immernoch den unglaublichen Lärm den der Verkehr macht oder hustet sich vom ganzen Staub hier die Lunge aus dem Hals.
Ich brauche wohl einfach wirklich meinen schönen Zufluchtsort, den Hamburger Hafen, wenn mir alles zu viel wird und ich einfach mal sie Seele baumeln lassen möchte.


Grüßt mir mein Hamburg! Küsse & Umarmungen,
eure Lena ♥

11.12.12 14:40


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Elefanten-Tour & Wasserfall-Abenteuer (28.11. - 01.12.2012)

Das Wochenende nach unserem Ausflug nach Siem Reap haben wir sehr ruhig verbracht: Ein paar Besuche auf dem Markt und unser Sonntags-Brunch.
Sonntag Abend ging es dann auf die Hochzeits-Feier von einer Mitarbeiterin von Projects Abroad. Hört sich leider toller an, als es im endeffekt war.
Wir haben uns alle rausgeputzt, wobei sich einige Mädels ein traditionelles Kleid ausgeliehen haben & sich dazu noch traditionell schminken lassen haben.
Ich habe mein neues Kleid von h&m dann doch bevorzugt, weil ich ja nicht so der Glitzer-Typ bin & mich in so einem traditionellen Kleid wohl nur wie ein Elefant in Tütü gefühlt hätte xD
Das Make-up hätte ich wirklich gerne mitgemacht, aber falsche Wimpern waren auf Grund meiner Brille dann auch nicht möglich, sonst hätte ich meine Augen wohl garnicht mehr zu bekommen haha

Rausgeputzt ging es dann mit 10 tuk tuks zu den Diamond Island- Festhallen, wobei der Fahrtwind und die Luftfeuchtigkeit hier so gut wie alle Frisuren zerstört hat..
Nach gefühlten 20 Minuten -ich verliere hier sowas von mein Zeitgefühl! Wenn man mit dem tuk tuk unterwegs ist, kann ich es nicht einschätzen, ob wir 20 Minuten oder 2 Stunden unterwegs sind, das ist schrecklich! - sind wir angekommen.
Es wurde ein Foto von allen Freiwilligen und dem Brautpaar gemacht, wobei Kim Seang (die Braut) wirklich schön aussah: Mit einem weißen, bodenlangen Kleid und vielen Rosen im Haar
Wir wurden auch schon gleich zu unserrem Tisch geleitet, damit wir uns in dieser riesen Halle nicht verlaufen konnten. Insgesamt wurden fast 700 Gäste eingeladen, die natürlich auch mit Essen und Getränken versorgt wurden.
Kaum saßen wir an unserem Tisch, wurde uns auch schon das Essen serviert, obwohl das Brautpaar noch nicht anwesend war & vorallem noch so gut wie keine anderen Gäste da waren.
Das Menu bestand aus 7 unterschiedlichen Speisen, die für die kambodschaner wohl ein Festessen waren. Unsere europäischen Mägen haben sich leider nicht mit dem Essen anfreunden können, als wir ganze Knochenstücke in der Suppe gefunden haben. Nachdem dann auch noch ein kleines Schweinchen -Babe?- mit Kopf und zugenähten Augen auf den Tisch gestellt wurde, verging dann auch den letzten der Apetit und wir hofften sehnlichst auf den Nachtisch, der nicht kam.
Nach dem Essen hat das Brautpaar auf der Bühne noch eine Ansprache in khmer gehalten und wir wurden freundlich darauf hingewiesen, dass wir in einer Stunde doch bitte gehen sollten, während um uns herum schon alle fleißig am putzen waren (nachdem wir gerade mal 3 Stunden da waren!)
Die für mich größte Unverschämtheit des ganzen Abends waren aber die kambodschanischen Gäste, die wirklich nur zum Essen gekommen sind!
Viele haben noch nicht mal auf das Brautpaar gewartet, sondern sind gleich (nachdem Sie sich die Taschen mit der Obstdekoration vollgestopft haben) nach dem letzten Gang abgedampft..
Da ist mir dann wirklich bewusst geworden, was für eine andere Kultur das hier doch ist, oder vielleicht waren einfach nur ein paar unhöfliche Menschen auf dieser Hochzeitsfeier (ich hoffe es sehr! xD).


Meinen vorletzten Montag im khmer-Projekt haben wir auf Weaving Island verbracht, was bislang mit Abstand der langweiligste und unnötigste Tag war.
Es war wirklich verdammt sonnig und heiß, als wir mir einer Fähre auf eine kleine Insel im Mekong gefahren sind: Weavin Island. Der name erklärt sich von selbst, da die Bewohner von diesem Dorf vom Weben leben und eigentlich jede Familie unter ihren Häusern einen Webstuhl hat.
Da dies jetzt unser drittes Dorf war, welches wir besucht haben, hat uns Sython auf die (angeblich) vielen Unterschiede aufmerksam gemacht.
Die einzigen Unterschiede die wir wirklich sehen konnten waren die Tatsache, dass die Döfer von unterschiedlichen Dingen lebten: Dem Töpfern, dem Reisanbau oder eben dem Weben.
Zu Mittag wurde bei einer sehr netten, befreundeten Familie von Sython gegessen. Wir saßen auf Bambus-Matten und aßen Reis mit einer leckeren Soße, danach gab es wie üblich Ananas.
Das frische Obst hier nach dem Essen wird mir wirklich fehlen, da man den Geschmack einfach nicht mit dem Obst vergleichen kann, was man bei uns zu kaufen bekommt.
Unsere Laune hat den Tiefpunkt erreicht, als Sython unsverkündete, dass wir noch mindestens 2 Stunde warten müssten, bis es weiter ging. Der Grund dafür war die unglaubliche Hitze und Sython mit uns bei 35 Grad keinen Spaziergang um die Insel machen wollte.
Eigentlich ja nett gemeint, aber so saßen wir dann wirklich 2 Stunden im Schatten rum, haben mit den Kindern gespielt oder versucht uns zu unterhalten.
Irgendwann konnten wir Sython dann doch überzeugen den Spaziergang ausfalln zu lassen und sind einfach mit dem tuk tuk auf der Insel rum gefahren, bis wir bei einem kleinen Restaurant angehalten haben.
Sython hatte wieder Lust auf einen kleinen Snack, wobei Sarah uns Ich uns geweigert haben, auch nur mit an seinem Tisch zu Essen.
Der Grund: Sython hat sein Lieblingsessen bestellt, halb ausgebrühtetes Hühnerbaby; noch im Ei aber schon mit kleinen Knochen und allem drum und dran.
Sarah und Mir ist wirklich fast schlecht geworden, aber Sython war glücklich und wir haben uns dann viel früher als sonst auf den Heimweg gemacht.
So hatten Sarah und Ich noch Zeit uns auf die Fahrt zur Elefanten-Tour vorzubereiten.
Wir sind einkaufen gegangen und haben uns Kekse & Avocados für die Fahrt gekauft.
Von Dienstag bis Donnerstag fand dann das Water-Festival statt; Feiertage zu Ehren des Königs. Da der König aber vor 2 Monaten gestorben ist, hatten wir zwar während des Water-Festivals frei, aber die Zeremonie und Feier wurde abgesagt.
Da wir mit Sython auch noch vereinbart haben, dass wir den Freitag frei bekommen, konnten wir Mittwoch bis Samstag in den Norden fahren, um unsere Elefanten-Tour zu machen.
Mittwoch Morgen ging es dann mit insgesamt 10 Personen auf nach Mondulkiri: einem Ort der sich schon nach Abenteuer und ganz viel Spaß anhört, wie ich finde
Mit einem Lunch-Paket von unserer Köchin, meinen Avocado-Sandwiches und ganz viel Musik bewaffnet ließen sich die 8 Stunden fahrt dann doch erstaunlich gut aushalten.
Ich habe die busfahrt über viel geschlafen und war erstmal sehr verwundert, als ich aufgewacht bin.
Eingeschlafen bin ich, als wir an den endlosen Reisfeldern vorbei gefahren sind und aufgewacht bin ich, als wir schon fast in den Bergen waren und überall viele Bäume und andere Pflanzen zu sehen waren.
Als wir undlich in Mondulkiri angekommen sind, standen wir sehr verloren an der Busstation.. Wir hatten mit den Guest House abgemacht, dass wir von dort aus abgeholt werden, aber es war niemand da und wir hatten keine Ahnung wo wir hin mussten.
Nach endlosen Telefonaten (bis wir endlich rausgefunden haben, dass wir die falsche Nummer angerufen hatten xD) kam ein Pick-up, der uns ins Guest House gebracht hat.
Zu 10. kletterten wir also mit unseren Rucksäcken auf die Ladefläche und ließen uns mitten ins Nirgendwo fahren, bis wir das Guest Houese "Nature Lodge" erreicht haben.
Es war so wunderschön dort:
Es liefen Kühe und Ponys auf dem Gelände frei rum und wir wohnten in insgesamt 3 Holz-Bungalows, mit kleinem Badezimmer und eiskaltem Bergwasser zum Duschen. Am letzten Abend habe dann auch ich herausgefunden, dass es einen kleinen Gas-Anschluss für heißes Wasser gab..

Zum Abendessen gab es für 7,50$ ein Buffet mit Kartoffeln, Suppe, Spaghetti und Obst zum Nachtisch inklusive Wasser.
Für das Geld fand ich das Buffet wirklich gut, dafür, dass man essen konnte soviel wie man wollte.
Leider hat sich das Buffet die drei Tage, die wir dort waren, immer wiederholt aber die Kartoffeln haben es dann doch wirklich rausgerissen :D
Die Abende haben wir alle sehr ruhig verbracht, weil die Aktivitäten am Tag dann doch recht anstrengend waren.
Am Donnerstag ging es dann um 7:00 zum Frühstück (für 5,50$ mit gutem Kaffee oder Tee und Pancakes, hausgemachtem Ciabatta, Erdnussbutter und Obst) und danach wurden wir mit einem Mini-Bus zu den Elefanten gefahren.
Es sind wirklich so unglaublich schöne Tiere und ich weiß nicht, wieso sich einige Mädels so angestellt haben die Elefanten azufassen und ihnen lieber nicht zu nahe gekommen sind.
Die Ruhe und Zufriedenheit dieser Tiere hat mich sofort angesteckt und nachdem wir ein paar Fotos mit und von den Tieren gemacht haben, sind wir jeweils zu zweit mit einer Leiter auf die Tiere geklettert.
In einem Bambuskörbchen haben wir platz genommen und sind so dann 2 Stunden durch den Dschungel geritten.

Die ersten Minuten waren schon etwas wackelig, aber nachdem man sich an das geschaukel wgewöhnt hat, konnte ich nicht anders als mich glücklich zu fühlen.
Ich saß auf dem Elefanten und habe aus purem Glück einfach nur gelacht und mich so wunderbar gefühlt, dass ich es garnicht glauben konnte!
Auf dem Rücken eines Vierbeiners fühle ich mich anscheinend wirklich wohler, als auf meinen eigenen zwei Beinen
Der Weg durch den Dschungel war wirklich wunderschön: Vorbei an verschlungenen Bäumen, Bambussträuchern und Hibuskus-Büschen, bis wir an einem Bach ankamen und die Elefanten etwas trinken konnten.
Wir haben viele verschiedene Schmetterlinge gesehen, aber leider keine anderen Tiere. Ich hatte ja gehofft, dass wilder Affen über unsere Köpfe von Baum zu Baum springen würde, aber wahrscheinlich hat das Getrampel der Elefanten alle anderen Tiere verschreckt..

Wir machten an einem kleinen Wasserfall halt, um zu Mittag zu Essen und dort schwimmen zu gehen.
Das Wasser war für mich aber wirklich viel zu kalt und somit legte ich mich in die Sonne, bis wir nach dem Essen die Elefanten gewaschen haben.
Leider waren die Tiere nicht sonderlich in Bade-Stimmung und sind die meiste Zeit wieder aufgestanden, statt im Wasser liegen zu bleiben.
Nachdem die Elefanten getrocknet sind, ging es wieder den gleichen Weg zurück durch den Dschungel, den wir auch hingeritten sind.
Irgendwann konnten wir in unserem kleinen Bambuskörbchen nicht mehr sonderlich gut sitzen und haben es bereut kein Kissen mitgenommen zu haben.
Ich frage mich wirklich, was Menschen mit langen Beinen machen, wenn ich schon mit meinen 1,64m Schwierigkeiten hatte bequem in dem Körbchen zu sitzen..

Wieder beim Elefantenstall angekommen kletterte ich mit etwas Wehmut wieder von meinem kleinen Dumbo runter, allerdings war ich irgendwann so müde von der Wärme, dass ich doch froh war, als wir wieder in der Nature Lodge waren.
Wir wurden aber nicht direkt zum Guest House gefahren, sondern mussten noch gut 1,5km zu Fuß gehen, aber die Bewegung tat nach diesem langen Ritt dann doch wirklich gut.

Am nächsten Tag machten wir mit dem gleichen Veranstalter noch einen Ausflug zu dem Bousra-Waterfall. Dieser Wasserfall war wirklich so unglaublich schön & es war fantastisch sich von dem kalten Wasser anspritzen zu lassen.
Ich finde es wirklich schade, dass wir in Deutschland nicht solche Wasserfälle haben, sonst würde ich wahrscheinlich meine ganze Freizeit dort verbringen xD
Nach einem kleinen Foto-Shooting ging es dann weiter zu einer Gummibaum-Plantage.
In einem Meer aus Blumen und hunderten von Gummibäumen hab ich mich fast ein bischen wie Alice im Wunderland gefühlt hihi

Unser Mittagessen haben wir auf einer netten kleinen Kaffe-Plantage zu uns genommen. Es gab kambodschanische Pfannkuchen mit einer undefinierbaren Füllung, dazu Salat & Gurken und Fischsoße zum dippen.
Eigentlich ganz lecker, aber ich war von dem guten Frühstück in unserem Guest House noch so satt, dass ich nicht viel gegessen habe.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht haben, ging es mit dem Minibus noch weiter zu verschiedenen Aussichtspunkten.
Leider war die Pause alles andere als entspannend und wir wurden von den längeren Busfahrten immer müder.
Somit blieben wir immer nur maximal 15 Minuten. Erst beim Sea Forest, einem Wald auf vielen Hügeln der somit wie Wellen im Meer aussieht.
Dann bei einem zweiten Wasserfall, der im Gegensatz zum Bousra-Waterfall eher schmächtig aussah.
Unser Tour-Guide wollte mir uns noch zu einem dritten Wasserfall, aber uns wurde nicht gesagt, dass wir durch den Dschungel zu Fuß laufen sollten. Somit hatten wir alle nur kurze Hosen an und Flipflops & eine Wanderung durch den Wald (wo es nur so nebenbei erwähnt auch Schlangen gibt!) wäre leider etwas riskant gewesen.
Also ging es zurück in unser Guest House, wo wir unsere Taschen packten & recht früh am Abend frisch geduscht in unsere warmen, weichen Betten gefallen sind.
Der Wecker klingelte am nächsten Morgen um 6:30, damit wir rechtzeitig zur Abfahrt nach Phnom Penh an der Busstation sein konnten.
Ich habe die meiste Zeit der Fahrt über geschlafen, sodass ich doch sehr überrascht war, als wir unser "zu Hause" wieder erreicht hatten.

Abends freute ich mich dann doch über das Essen unserer Köchin, weil sie mein Lieblingsgericht zubereitet hat: Eine Art Auberginen-Matsch mit Rührei. Hört sich seltsam an, schmeckt aber so gut, dass ich gleich 3 Teller gefutter habe xD
Ich muss mir unbedingt das Rezept geben lassen und es von Sython ins Englische übersetzen lassen :D
Am Montag geht es spannend mit der kambodschnischen Kochkunst weiter, weil wir mit unserem khmer-Projekt einen Kochkurs machen.

Ich hoffe ihr habt alle einen wunderbaren 1. Advent!
Etwas Gemütlichkeit mit der Familie hätte ich jetzt auch wirklich gerne..
Küsse & Umarmungen ♥

2.12.12 15:48


Siem Reap (20. - 23.11.2012)

Diese Woche haben wir die bisher weitesten Strecken zurückgelegt. Es ging von Phnom Penh am Dienstag nach Siem Reap, dem zweitgrößten Touristen-Ort nach Phnom Pengh.
Wir haben uns etwas früher als gewöhnlich getroffen, um pünktlich an der Busstation zu sein.
Leider kam der Bus aber nicht zur Busstation gefahren, weil viele Straßen noch wegen Obama gesperrt waren.
Ja ihr hat richtig gelesen: Wir hatten hier hohen Besuch vom amerikanischen Präsidenten! :D
Obama war wegen einer Konferenz vom 19. bis 20. November in Phnom Penh und deswegen wurde die ganze Stadt angeriegelt. Über 100 US-Soldaten wurden extra deswegen eingeflogen, damit ja nichts passieren kann!
Unser Apartment liegt auch nur 5 Minuten zu Füß vom Verteidigungsministerium entfernt, wo diese Konferenz stattgefunden hat. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen auf Obama zu warten und hoffentlich einen Blick auf ihn zu werfen.
Aber wir haben ihn nicht gesehen und sind mit etwas hängenden Köpfen wieder zum Apartment zurück..

Auf jeden Fall war diese ganze Aufregung der Grund, wieso unser Bus nach über einer Stunde immernoch nicht an der Busstation war.
Irgendwann wurden wir mit tuk-tuks dann zum Bus gefahren, um dann festzustellen, dass dieser kaputt war.
Zwei Stunden später als angekündigt haben wir endlich unsere kleine Reise begonnen, nachdem ein Ersatzbus organisiert wurden.

Ich fand die Fahrt deutlich entspannter, als meine erste Busfahrt ins Pottery Village. Die Klimaanlage hat funktioniert und somit waren die 7 Stunden Fahrt (für gerade Mal ~300 km!!!) für mich nicht ganz so unerträglich.
Wenn ich meine Musik habe, dann kann ich fast überall gut schlafen und bin meistens recht entspannt.
Ändern kann man hier sowieso nichts, an der Art & Weise irgendwo hin zu kommen. Also war ich glücklich, dass der Bus fuhr und wir vor dem Abendessen in Siem Reap waren

Wir haben im zweiten Apartment von Projects Abroad gewohnt, die neben Projekten in Phnom Penh auch Projekte in Siem Reap anbieten.
Die Bewohner dort waren alle sehr nett & es war sogar ein Mädchen aus der Nähe von Hamburg da. Mich hat fast der Blitz getroffen, als sie erzählt hat, dass sie aus der Nähe von Reinbek kommt – leider kennt sie Mareike nicht
Das wäre echt der größte Zufall gewesen. Da sieht man mal wie klein die Welt tatsächlich ist..

Sarah und Ich haben erstmal einen riesen Schock bekommen, als wie uns im Haus etwas umgeschaut haben, denn von der Dachterrasse hatte man einen wirklich "tierischen" Ausblick.
Und zwar auf gut 50 Aligatoren, die in mehr oder weniger großen Becken hinter hohen Wänden neben dem Apartment wohnen.
Im Nachhinein wurde uns dann klar, dass es sich dabei um eine Aligatoren-Farm handelt und die Tiere später zu überteuerten Handtaschen verarbeitet werden..
Um diesen Schock und die lange Anreise zu verdauen huschte ich gleich nach dem Abendessen ins Bett und schlief wie ein Murmeltier.


Der nächste Tag brach an und somit auch ganz viel Programm:
Denn Mittwoch sind wir in den diversen Tempeln der Region von Angkor gewesen.
Vormittags haben wir uns zwei kleinere Tempel angeguckt.
Der erste Tempel war fast komplett von der Natur zurück erobert worden:
Überall ragten riesige Wurzeln hervor oder wuchsen Bäume einfach mal so auf einer Mauer.
Das kann man garnicht beschreiben, deswegen gibts natürlich auch wieder viele Fotos zu sehen
Der zweite Tempel war noch ziemlich gut erhalten und hat insgesamt über 1000 Gesichter und Figuren in den Stein eingearbeitet.
So etwas muss man wirklich einmal selbst gesehen haben, sonst glaubt man nicht, dass die Menschen vor was-weiß-ich-wie-vielen Jahren wirklich diese Kunstwerke in die Steine gemeißelt haben.
Nach dem Lunch ging es dann zum bekanntesten Tempel in Kambodscha: Angkor Wat.
Der Tempel hat wirklich ein unglaubliches Bild abgegeben! Von außen kamen Sarah und Ich aus dem Staunen garnicht mehr raus, aber von innen sah der Tempel dann doch schon den beiden Vorherigen ähnlich.
Das wirkliche Highlight an diesem Tempel war der wilde Affe, den wir gesehen haben! :D
Ein niedliches Äffchen hat es sich mit etwas Obst einfach auf einer Treppe gemütlich gemacht und schön zu Mittag gegessen.
Ich hab mich so über diesen wirklich tollen Affen gefreut, dass ich meine schlechte Laune fast vergessen habe, die ich der Hitze zu verdanken hatte..

Es war an dem Tag wirklich unglaublich warm und wenn mir die Sonne zu doll geschienen hat, muss das etwas heißen.
Wegen der Hitze und dem stundenlangen Rumgelaufe war ich nach 2 Stunden in Angkor Wat einfach nur fertig und auch nicht mehr begeistert (vom Äffchen ganz abgesehen :D)
Man sah irgendwann nur noch die gleichen Muster und ich konnte mich nicht mehr auf den Tempel konzentrieren..
Meine Laune sank mit jeder halben Stunde, die wir uns irgendwo im Tempel hingesetzt haben und darauf warteten, dass die Zeit vergeht.
Denn Sython hatte die eigentlich nett gemeinte Idee, dass wir uns die Tempel doch beim Sonnenuntergang von einem Berg aus angucken könnten.
Also mussten wir bis ungefähr halb 6 warten, um dann bei der Hitze einen Berg zu erklimmen.
Oben angekommen war ich wirklich komplett am Ende, dass mit der Sonnenuntergang auch schon wieder egal war..
Es waren zu viele Touristen da, die versucht haben sich auf möglichst engen Raum in Richtung Tempel zu versammeln und ein Foto zu machen.
Ich war leider viel zu klein und hätte sowieso nichts gesehen, deswegen habe ich den großartigen Ausblick über den Dschungel genossen

Nach dem schrecklichen Abstieg vom Berg ging es endlich ins Apartment. Danach nurnoch Duschen, Essen, Schlafen!

Am Donnerstag, dem 22.11., haben wir Vormittags die Floating Villages besucht.
Wir mussten wieder gut 2 Stunden durch die Gegend fahren, erst mit dem tuk tuk und dann weiter mit einem Boot bis wir die großartigen Floating Villages erreicht haben.
Es war ein wirklich unvergesslicher Anblick:
Holzhäuser die einfach in einem Fluss gebaut worden sind und auf 3 Meter hohen Stelzen über dem Wasser stehen.
Der Grund für diese seltsame Konstruktion sind die extremen Überschwämmungen wegen der Regenzeit. Um nicht jedes Jahr sein ganzes Haus neu bauen zu müssen, haben sich die Bewohner dort einfach gedacht, die höhe der Häuser doch einfach an den Wasserstand anzupassen.
Und dementsprechend sind die Häuser jetzt fast völlig von Wasser umschlossen.
Gegen Ende der Trockenzeit, wenn sich der Wasserstand wieder gesenkt hat führt einfach eine Treppe ins Haus hinauf!

Sogar die Schulen und Tempel hat man einfach kurzerhand auf Stelzen gebaut und somit ist ein ganzes Dorf entstanden.
Ein Teil des Dorfes wurde sogar soweit mit Sand aufgeschüttet, dass dieser Teil nur bei extremen Regenfällen ganz überschwemmt ist.
Normalerweise kann man dort aber zu Fuß entlang gehen, was wir auch gemacht haben.
Einige Frauen kamen dann mit einem Haufen kleiner Vorschulkinder auf uns zu uns baten uns, den Kindern doch Stifte und Hefte zu kaufen.
Sarah & Ich haben uns breitschlagen lassen, 5$ bezahlt und jedem Kind ein Heft und einen Bleistift in die Hand gedrückt.
Die Kinder waren glücklich, die Frauen hatten etwas Geld zusätzlich verdient und wir beide konnten uns mit einem guten Gewissen verabschieden – auch wenn die Kinder mit ziemlicher Sicherheit auch ohne unser Geld die Schulsachen bekommen hätten.


Unser Ausflug führte uns mit dem Boot ganz weit bis auf den Tonle Sap Lake hinaus, auf dem wir dann gemütlich rumgetrieben sind.
Der Tonle Sap ist der größte See Kambodschas und man hatte einen wirklich schönen weiten Blick auf das Wasser.
Ich glaube ich bin ein Wasser-Mensch. Wenn man durch Hamburg den ständigen Geruch nach Wasser gewöhnt ist, vermisst man ihn doch wenn man ihn dann plötzlich nicht mehr hat.
Nach diesem Wasser-Ausflug habe ich mich wirklich glücklich gefühlt

Sython wollte eigentlich im See schwimmen gehen, hatte aber seine Badehose vergessen und uns stattdessen nur ein paar Geschichten erzählt.
Unter Anderem, dass es angeblich noch wilde Krokodile im Tonle Sap geben soll!!!
Und in so einem Krokodil-Gewässer wollte der Gute schwimmen gehen.. völlig bescheuert!
Es ging zurück ins Floating Village und Ich hatte die Hoffnung, dass wir in einem der paar Restaurants aus Stelzen zu Mittag essen würden.
Aber 11:30 war Sython dann fürs Essen zu früh und somit sind wir per Boot und tuk tuk wieder an die Hauptstraße gefahren und haben dort gegessen.


Am Nachmittag haben Sarah & Ich (ohne Sython) eine Seidenfarm besucht.
Ich habe echt nicht gewusst wie aufwändig es ist, einen einfachen Schal zu weben!
Jetzt habe ich wirklich ein schlechtes Gewissen, wenn ich auf den Markt gehe und einem Händler einen Schal für 3$ abkaufe..

Die Fahrt zur Seidenfarm war länger als die eigentliche Besichtigung und da Sarah und Ich noch keine Lust hatten ins Apartment zu fahren, haben wir uns einen Eisbecher im "Blue Punpkin" gegönnt.

Das gleiche Café gibts auch in Phnom Penh und ich hoffe sehr, dass wir es schaffen dort mal Frühstücken zu gehen! Hörte sich wahnsinnig lecker an

Den Abend verbrachten wir dann damit, erst unsere Sachen für den Rückweg an nächsten Tag zu packen und nach dem Essen noch eine Runde über den Nachtmarkt von Siem Reap zu drehen.
Der Markt war viel schöner aufgebaut, als in Phnom Penh. Es gab überall bunte Leuchtzeichen, viel Musik und kleine Wege die einen durch das Labyrinth aus Ständen geführt haben – vorbei an Springbrunnen und Massagebänken, wo man sich für 3$ die Füße oder den Nacken massieren lassen konnte.
Direkt neben dem Nachtmarkt befindet sich die "Pubstreet", eine Straße mit vielen kleinen Restaurants & Kneipen die mich an die Große Freiheit in Hamburg erinnert hat.


Am nächsten Morgen traten wir unsere Busreise zurück nach Phnom Penh an. Voller Freude darüber, dass der Bus pünktlich um 9 Uhr losgefahren ist, vergingen die ersten Stunden wie im Flug.
Irgendwann machten wir eine Pause und als wir nach 20 Minuten immernoch nicht weiter gefahren sind, haben wir Sython nach dem Grund gefragt.
Als Antwort bekamen wir: "Der Bus ist kaputt, sie versuchen grade ihn zu reparieren"
Wir hatten wirklich keine Lust den Rest des Tages im Nirgendwo zu verbringen und hofften die ganze Zeit, dass der Bus doch wieder funktionieren soll.
Nach gut 90 Minuten war das Problem zum Glück behoben und wir fuhren weiter, bis wir eine Stunde später wieder Pause machten zum Mittagessen.
Insgesamt haben wir für den Heimweg fast 9 Stunden gebraucht und waren mehr als erleichtert, als wir aussteigen konnten und unser Apartment erreicht haben.
Nächste Woche wollen wir zu einer Elefanten-Tour ganz in den Norden Kambodschas fahren, wobei die Fahrt dahin mit 8 Stunden angekündigt ist.
Wenn wir wieder so ein Glück haben brauchen wir dann mindestens 14 Stunden.. Aber ich will den Teufel jetzt noch nicht an die Wand malen und lass mich mal überraschen.

Tausend Küsse,

eure Lena

25.11.12 06:50


Soo-a s'day & lear haowee (14. - 16.11.2012)

 Ein herzliches 'Hallo' (soo-a s'day) aus dem warmen Kambodscha

Am Mittwoch Nachmittag haben wir unseren Sprachkurs endlich angefangen & können uns nun etwas mehr verständigen – das ist zumindest der Plan!
Angefangen haben wir allerdings damit, dass wir am Mittwoch Vormittag einen Kurs besucht haben, bei dem Schattenspiel-Puppen selbst hergestellt werden.
Diese Shadow-Puppet-Shows sind sogar so bekannt, dass sie zum UNESCO-Kultur-Erbe gehören! Also haben wir aus erster Hand gelernt diese Puppen selbst zu machen :D
Wir haben uns also ein Motiv ausgesucht, welches auf ein Stück Kuh-Leder geklebt wurde und haben angefangen mit einem Hammer und verschiedenen Werkzeugen Löcher in das Leder zu stechen.
Durch diese Löcher fällt später dann das Licht und man sieht dann nur noch die Umrisse der Puppe.
Es war eine ziemlich anstrengende Arbeit, zumal wir auf kleinen Hockern mehr oder weniger auf dem Boden gekniet haben und wir einer Stunde schon Rückenschmerzen hatten.. an einem normalen Tisch wäre die Arbeit mit Sicherheit leichter gewesen ;p
Gegen 11 Uhr wurden wir von unseren Qualen erlöst, obwohl ich die Arbeit eigentlich sehr entspannend fand. Aber müde war ich danach trotzdem.
Es ging zum Mittagessen nach Hause und danach gleich weiter zum Sprachkurs.
Also die Sprache khmer ist bis jetzt das wohl schrecklichste, was ich jemals versucht habe zu lernen.
Die Aussprache ist sowas von anders, als alles, was ich gekannt habe.
Unsere Lehrerin hat sich wirklich bemüht uns etwas beizubringen, aber ihr Englisch war wirklich nciht gerade das Beste & somit mussten wir uns teilweise mit Händen und Füßen verständigen.
Sie hat uns ein Wort vorgelesen und Sarah & Ich haben uns in Lautschrift die Aussprache dahinter geschrieben, es wiederholt und uns die Verbesserungen der Lehrerin angehört. Aber es gibt so viele feine Unterschiede bei dieser Sprache – selbst wenn man eine Endung von einem Wort nur etwas zu hart ausspricht, dann verstehen dich die Menschen nicht.
Ich kam mir irgendwann vor wie ein kleines Äffchen, dass versucht hat irgendwelche Laute nachzuahmen, für die mein Mund einfach nicht geschaffen ist.
Nach einer Stunde hörte sich für mich dann auch noch alles gleich an, was die Lehrerin gesagt hat und ich konnte so gut wie auf keine Frage mehr antworten.
Das war mal eine wirkliche Anstrengung für mein Gehirn!
Ich habe nicht gedacht, dass ich nach meinem ganzen Abi-Stress wieder fähig bin mich auf etwas richtig zu konzentrieren, aber diese Stunde khmer hat mir das Gegenteil bewiesen!
Ich kann also doch noch Lernen ;D
Leider habe ich nach 10 Minuten schon fast wieder die Hälfte vergessen und eine kleine Unterhaltung mit Sython war auf khmer leider nicht mehr möglich..
Wir fuhren von unserem Sprachkurs gleich weiter zu einer Tanzschule.
Wer mich kennt weiß, dass ich nicht unbedingt eine Tanzmaus bin und somit war ich mehr skeptisch, als voller vorfreude, als wir in der Tanzschule angekommen sind.
Aber ich hatte Glück, denn für den ersten Tag sollten wir nur zugucken und versuchen ein Gefühl für diese komplett andere Art des Tanzens zu bekommen.
Ich fühlte mich shcrecklich! Zumindest die Tanzlehrerin hat einen mit einem dümmlich, unterworfenen Blick angestarrt ohne auch nur einmal ihr Gesicht zu bewegen. Sogar die Augen haben einfach nur vor sich hingestarrt und weder Leidenschaft oder Freude ausgedrückt, wie ich e sonst von professionellen Tänzern kenne.
Allerdings war es wirklich niedlich, da zu dem Zeitpunkt wo wir die Tanzschule besucht haben, die kleinen Kinder unterrichtet worden sind.
Ungefähr fünf Kinder im Alter von 2 bis maximal 10 Jahren haben sich erst warm gemacht und ihre Hände, Arme und Beine wie Gummi umgeklappt und verdreht.
Die Kinder müssen jeden Tag viele Stunden trainieren, um die Beweglichkeit ihrer Knochen zu erhalten, wenn sie älter werden.
Nach den Aufwärm-Übungen wurde ein Stück vorgestellt, da eine deutsche Touristengruppe (bestehend aus gut 20 Rentnern) angekommen ist.
Deutsche Touristen erkennt man leider immer auf den ersten Blick:
Sie beklagen sich extrem Laut über irgendetwas Unwichtiges, tragen Sandalen mit Socken & verschwinden aufs Klo, 1 Minute bevor das Stück anfängt..
Sarah & Ich haben uns also prächtig amüsiert und sprachen untereinander nur Englisch.

Das Stück hat angefangen und eine Art Kreislaufdes Lebens gezeigt:
Mit verschiedenen Handbewegungen wurde der Prozess des Wachsens einer Pflanze gezeigt. Von der Saat bis zur fertigen Frucht.
Es sah wirklich interessant aus, wie die Tänzerinnen mit den Händen einfache Bewegungen gemacht haben – leider wurden wir dabei wieder so seltsam angestarrt, dass ich mich die ganze Zeit sehr unwohl gefühlt habe.
Unser Tag endete also mit dem Ende der Vorstellung & wir gingen in unser Apartment zurück.
Donnerstag & Freitag hatten wir den gleichen Tagesablauf:

Vormittags arbeiteten wir an unseren Puppen weiter, nach dem Mittagessen ging es zum Sprachkurs und danach gleich weiter zum Tanzkurs.
Der Sprachkus wurde in einem sehr schnellen Tempo durchgezogen.
In der Schule hätten wir den ganzen Stoff mit zahlreichen Übungen in ungefähr 2 Wochen durchgezogen, hier hatten wir gerade mal 4 Tage dafür.
Es machte aber trotz allem Spaß und Sarah & Ich sind des öfteren fast an unserem Lachen erstickt und konnten uns nicht mehr konzentrieren, wenn wir irgendwelche Worte und Laute von uns geben mussten und das ganze dann gefühlte 20 Mal wiederholen sollten..
Entweder wir haben das Wort am Ende richtig ausgesprochen oder unsere Lehrerin hat einfach aufgegeben und ist lieber zum nächsten Wort übergegangen.
Das wirklich komische daran war einfach nur, dass Sarah & Ich die Worte wirklich genau gleich ausgesprochen haben.. bei Sarah war es meistens richtig und bei mir leider nicht xD
Nach einer zweiten harten Stunde in khmer ging es weiter zum Tanzen.
Donnerstag hatten wir das Vergnügen an den Aufwärm-Übungen dran teil zu nehmen und wir durften uns mehr schlecht als recht verbiegen lassen.
Ich bin wirklich kein beweglicher Mensch und sollte mich dann im Lotus-Sitz auf den Bauch legen.
Es hat leider ganz und garnicht funktioniert und somit lag ich auf den Knien und streckte meinen Hintern in die Luft wie ein Walfisch.

Sarah hat fast 8 Jahre lang Ballet getanzt und war somit viel beweblicher als ich & hat es gleich beim ersten Versuch hinbekommen.
Aber immerhin habe ich mich nicht von Anfang an geweigert überhaupt diese komischen Bewegungen zu machen


Der Freitag verlief genauso ab, nur das ich mich beim Tanzen nicht ganz so blöd angestellt habe.
Ich habe mich zwar trotzdem wie eine Fisch-Springbrunnen gefühlt, als ich irgednwelche seltsamen Gesten gemacht habe, aber alles in allem war es doch ziemlich lustig


Das Wochenende war voll mit Aktivitäten! :D

Freitag Abend habe ich Sarah den Nachtmarkt gezeigt & jetzt schon alle meine Weihnachtsgeschenke zusammen!

Samstag Abend haben wir uns dann mal eine Pizza gegönnt und endlich mal etwas anderes als Reis gegessen. Es war wirklich wunderbar, auch wenn die gute Pizza vom Pascuale (oder wie man den schreibt) natürlich viel besser ist!

Danach sind alle noch feiern gegangen, aber ich bin hier bei der Wärme wirklich nicht in Stimmung Alkohol zu trinken.
Alle zogen von einem Club zum Anderen und ich habe mich irgendwann mit Hanne auf den Weg nach Hause gemacht.
Ein Party-Mensch war ich ja noch nie wirklich und wenn dann alle um einen herum vom Alkohol angeheitert sind, fühlt man sich irgendwann nicht mehr ganz so wohl.
Aber der Abend war wirklich nett und diese Pizzeria werden wir bestimmt noch öfter besuchen

Also verabschiede ich mich jetzt wohl gesättigt mit einem "lear haowee" und wünsche euch einen schönen Start in den Tag!

Machts gut meine Lieben. Ihr fehlt mir ♥

18.11.12 10:36


Langes Wochenende & Feldarbeit (09.11. - 13.11.2012)

Meine drei freien Tage waren wirklich nicht so langweilig wie ich gedacht habe. Ich hatte großes Glück, dass nicht alle Teilnehmer von Projects Abroad an den Strand gefahren sind & so verbrachte ich die meiste Zeit mit der Dänin Hanne (45) und Sam (23) aus Australien. Sam ist win wirkliches Goldstück, weil sie unglaubliche Ähnlichkeit mit meiner Freundin Johanna hat und wir zwei uns auf Anhieb mochten.

Zu dritt haben wir das ganze Wochenende ein paar Ausflüge in den Supermarkt gemacht, einen Tempel besichtigt und Abends Filme geguckt oder einfach nur miteinander geredet. Beide sind unglaublich kommunikativ und auf ihre Art interessante Menschen, sodass man sich wirklich immer etwas zu erzählen hat.
Sonntag haben wir beschlossen Brunchen zu gehen und das als eine Art Ritual ab jetzt jeden Sonntag zu machen, in einem Restaurant welches sich "Laughing Fat Man" nennt.
Es gab wunderbare Pancakes und Kaffe – da kam dann das erste Mal das Gefühl "zu Hause" zu sein auf!

Im Apartment angekommen wartete ich fieberhaft auf meine neue Zimmergenossin: Sarah ist 19 Jahre als & kommt aus der Nähe von Ulm. Es ist wirklich toll, wieder etwas mehr deutsch zu reden und vorallem jetzt nicht mehr alleine im khmer-Projekt unterwegs zu sein!


Gemeinsam zogen wir also am Montag Morgen mit unseren Rucksäcken los, um zwei Tage auf einer typisch kambodschanischen Farm zu leben und auf einem Reisfeld zu arbeiten.

Ich dachte ja, dass wir wieder mit einem Bus an unser Ziel gebracht werden, aber ich habe mich leider geirrt & mein schlimmster Albtraum wurde wahr:
Wir fuhren tatsächlich auf einem viel zu schnellen Mofa die zwei Stunden bis ins Dorf und hatten nur einen schlecht sitzenden Helm auf.
Nachdem ich mich irgendwann an diese Art der Fortbewegung gewöhnt hatte dachte ich mir "Jetzt kannst du das nächste Mal auch mit deinem Onkel Motorrad fahren, wenn du wieder in Hessen bist".

Abgehärtet bin ich jetzt aber wirklich!


Im Dorf angekommen gab es zum Lunch das hier wohl typische Gericht: Grüne Bohnen mit Rindfleisch und eine Art Gemüseeintopf, dazu natürlich immer Reis.
Den kann ich schon jetzt nach fast 2 Wochen nicht mehr sehen xD

Nach dem Lunch packten wir unsere Sachen in das gemeinsame Schlafzimmer, wo neben uns beiden auch die Besitzer des Hausen & Sython übernachtet haben. Für uns wurde extra eine Matratze hingelegt & ein riesiges rosa Moskitonetz darüber ausgebreitet – die anderen schliefen auf Strohmatten auf dem Boden.

Bevor wir aber überhaupt nur ans zu Bett gehen denken konnten, ging es auch schon aufs Reisfeld.

Und wenn ich zu zweit auf einem Moto schon fast gestorben bin, dann könnt ihr euch sicherlich vorstellen wie gut es mir ging, als Sython verkündete, dass wir nun zu dritt die 5 Minuten zum Reisfeld auf einem Moto fahren sollten.
Gesagt, getan & es hat unglaublicher Weise funktioniert!


Auf dem Feld wurden wir von wildfremden Menschen herzlich begrüßt und als Sython angeboten hat, dass wir den Menschen helfen wollen, waren sie ganz aus dem Häuschen.
Wir stapften also fast knietief in lauwarmen Matsch herum und versuchten einzelnde abgeschnittenen Reisstängel in den Boden zu drücken.
Nach einer Viertelstunde des immer wieder Bückens ohne sich wirklich im Matsch bewegen zu können gab ich leider schon auf.

Die Hitze machte einem dann doch ganz schön zu schaffen, wenn sie Sonne bei 32 Grad auf dich herunter knallt und man nicht wirklich die Möglichkeit hat etwas zu trinken.
Meine Rückenschmerzen machten sich auch wieder bemerktbar und deswegen setzte ich mich lieber in den Schatten und trank mein Wasser. Sarah folgte mir wenige Minuten später.

Eine große Hilfe waren wir den Menschen nämlich nicht, da wir die Reisstängel nicht tief genug in den Boden drücken konnten.. man hat am Ende also ziemlich genau gesehen wo wir gearbeitet haben xD

Es ist wirklich unglaublich, wie die Menschen das den ganzen Tag machen können, mit einer kurzen Pause zum Mittagsessen & einer kurzen Pause am Nachmittag!


Voller hochachtung gesellten wir uns zu deren Abendessen und Sython futterte munter Reis mit irgendwelchen Schweine-Innereien.
Wir ließen lieber die Finger davon und schauten den Menschen bei ihren wilden Unterhaltungen zu. Das war sogar für uns so ein großer Spaß, sodass es wirklich das erste Mal war, dass ich es bedauert habe die Sprache nicht zu sprechen.
Sython hat sich sogar so verquatscht, dass wir unser Abendessen fast verpasst haben.
Wieder in unserer Unterkunft angekommen hatten wir keinen sehnlicheren Wunsch, als einfach nur kalt zu duschen, etwas zu essen und dann totmüde ins Bett zu fallen.
Wir hatten zwar eine normale Toilette und ein Waschbecken, aber keine Dusche und auch keine Lampe in unserem kleinen "Badezimmer". Und hier wird es verdammt schnell dunkel!
Also versuchten wir so gut es ging uns von dem festgetrockneten Schlamm zu befreie, aber leider hat das nicht sonderlich gut funktioniert.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als auf der Schlammschicht noch schön viel Insektenspray zu verteilen und dann sandig und klebrig unter unser Moskitonetz zu verschwinden.
In Kambodscha ist es üblich schon gegeb 20 Uhr schlafen zu gehen, weil die Menschen zumindest auf dem Land gegen 3 oder 4 Uhr Morgends wieder aufstehen.
Also wurde uns das Licht um Punkt 8 ausgemacht & Sarah und Ich führten unsere Unterhaltung im dunkeln weiter, schliefen aber auch recht schnell ein.
Sonderlich gut geschlafen habe ich allerdings nicht, da es im Tempel des Dorfes eine buddhistische Zeremonie gab oder eine Art Fest.
Auf jeden Fall wurde fast die ganze Nacht eine komische Xylophon-Melodie gespielt die man wirklich laut gehört hat, da es um uns herum ja wirklich totenstill war.
Und das Zirpen der Grashüpfer war ein so ungewohntes Geräusch für mich, dass ich mich mehr oder weniger bis zum Sonnenaufgang nur von einer Seite auf die andere gedreht habe..
Der nächste Morgen begann wieder mit einem viel zu herzhaften Frühstück: Yumm-Yumm Instant Nudelsuppe mit irgendwelchen Innerreien (die wir zum Glück nicht serviert bekommen haben).
Sarah & Ich haben uns wirklich gefragt, wie die Menschen das hier nur essen können.. Vorallem scheinen sie wirklich immer nur das gleiche zu essen. Morgends Suppe, Mittags Reis mit Gemüse & Abends eine ander Variation Reis mit Gemüse und Fleisch.
Mir währe das auf dauer wirklich zu einseitig..


Nach dem Frühstück ging es zurück aufs Reisfeld, aber dieses Mal verbrachten Sarah & Ich die Stunde lieber mit Fotografieren und Wasser trinken!
Ich bin so froh, dass Sarah auch eine Leidenschaft fürs Fotografieren hat. So bin ich nicht der einzige "Depp" der ständig stehen bleibt und Sython leicht nervt hihi

Nachdem wir das Reisfeld wieder verlassen haben und einen beinahe Kampf mit einem Büffel hatten (dieses riesen Vieh hat sich einfach auf unseren Weg gelegt und sich nicht mehr vom Fleck bewegt!) ging es mit dem Moto zu einem Tempel – dem gleichen Tempel mit der wunderbaren Xylophon-Melodie, die mich die ganze Nacht nicht schlafen lassen hat.
Aber der Tempel an sich war wirklich wunderschön und genauso überdekoriert wie alle anderen Tempel.
Überall gab es Buddha-Figuren oder andere Skulpturen, queitsche bunte Bilder an den Wänden und der Decke und Massenhaft Räucherstäbchen
Außerdem besuchten wir noch die Schule des Dorfes.
Es wurde gerade Englisch unterrichtet und wir sollten uns mit in die Klasse setzen.
Der "Englischlehrer" sprach selbst so ein schlechtes Englisch, dass Sarah & Ich ihm in der Pause erstmal Ratschläge erteilten und seine Aussprache korrigierten.
Die Klasse lernte gerade Obst und Gemüse auf Englisch kennen und schrieb einen kleinen Vokabeltest.
Der Lehrer wollte, dass die Kinder das Wort "ginger" (also Ingwer auf Englisch) aufschreiben. Aber anstatt das "g" wie ein gesummtes "dsch" auszusprechen hat er das Wort einfach total stumpf so gelesen, wie es dort steht.
Sarah & Ich sind total verblüfft gewesen, dass sich so jemand Englischlehrer nennen darf.. Am liebsten hätten wir den Kindern mal zu jeder Vokabel die richtige Ausprache beigebracht, aber wenn Grundschüler erstmal etwas falsch gelernt haben ist es so gut wie unmöglich das zu korrigieren.
Mal davon abgesehen, dass es diese 20 Minuten auch nicht wirklich gebracht hätten, selbst wenn wir versucht hätten den Kindenr etwas zu erklären.
Also haben wir versucht wenigstens dem Lehrer ein paar Tricks zu verraten, aber sogar der "Englischlehrer" hat uns nicht sonderlich verstanden und Sython musste Übersetzer spielen.
Leicht frustriert und irgendwie traurig gingen wir zum Lunch wieder zu unserer Unterkunft und traten danach wieder die Heimreise nach Phnom Penh an.

Zwei Stunden und unzählige Schlaglöcher später haben wir den fast vergessenen "Luxus" wieder erreicht: Unsere Dusche!

Wenn man ein paar Tage unter noch extremeren Bedingungen gelebt hat, kommt einem die schmutzige und komisch riechende Dusche von unserem Zimmer wie das Paradies vor.
Aber ich freue mich jetzt schon auf ein wunderbar gut duftendes Schaumbad, wenn ich wieder in Hamburg bin. Da kriegt man mich dann für die nächsten Stunden bestimmt nicht mehr raus – mal davon abgesehen, dass ich hier soweiso das Gefühl habe nicht richtig sauber zu werden, selbst wenn ich geduscht habe xD

Sarah und Ich haben dann noch einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht und Ich habe ihr etwas von unserer Umgebung gezeigt und erklärt.
Wirklich alleine war ich ja auch noch nicht unterwegs, deswegen war ich sehr froh, dass wir alle gefunden haben
Mit Nutella und Süßigkeiten bewaffnet ging es zum Abendessen wieder in unser Apartment.
Es ist wirklich so viel schöner, wenn man sich mit jemandem mal länger als 5 Minuten unterhalten kann und sich vorallem auch über die ein oder andere typisch deutsche Eigenart austauschen kann!
Der Abschied von Sarah & Sam wird mir jetzt schon unglaublich schwer fallen, das weiß ich genau!
Aber vielleicht finden sich hier ja ein paar Freundschaften die für eine längere Lebedsdauer bestimmt sind – und sei es auch nur über Emails, wenn mir Sam von einem Kanguru erzählt, dass durch ihren Vorgarten hüpft!
Zumindest heute fühle ich mich etwas mehr angekommen und bin das erste Mal hier so gut wie zufrieden.

Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr friert mir daheim nicht fest

15.11.12 14:56


khmer-Geschichtsstunde & Landausflug (06.11. - 08.11.2012)

Der erste richtige Tag im khmer-Projekt war geschichtlich geprägt. Wir besuchten das Foltergefängnis der Roten Khmer, S21 genannt, und anschließent die Killing Fields – eins der größten Massengräber der Welt.

Natürlich sind die ganzen Erinnerungen an diese schlimme Zeit schrecklich, aber ich war nicht so schokiert wie ich zuerst gedacht habe. Vielleicht lag es daran, dass ich mich vorher schon recht intensiv mit der Geschichte auseinander gesetzt habe, oder aber an der Tatsache, dass Ich durch die deutsche Geschichte schon genug grausame Dinge gesehen habe..
Wir verbrachten den größten Teil des Tages schweigend, obwohl die Killing Fields eher wie eine Art Garten angelegt ware. Man hätte fast vergessen, dass man sich an diesem schrecklichen Ort befindet, bis man wieder einen Blick auf den Boden geworfen hat und fast über einen Knochen gestolpert ist.
Die Knochen sind immernoch im Boden und kommen nach einem Regenschauer zum Vorschein, sie werden gesammelt und in einer Art Vitrine ausgestellt. Ziemlich gruselig das ganze..
Um die Stimmung am Nachmittag etwas aufzuheitern, fuhren Sython & Ich zum Russian Market. Leider war das der bisher ramschigste Markt auf dem Ich war und so machten wir uns nach 10 Minuten wieder auf den Weg zum Ausgang. Dort probierte ich meine erste khmer-Spezialität: Eine Art Waffel mit Kokosnusscreme und Orange. Das war super lecker, ich liebe ja sowieso alles mit Kokosnuss und habe das bestimmt nicht zum letzten Mal gegessen!


Am nächsten Tag machten wir den ersten größeren Ausflug zum "Pottery Village"- eine Art Künstlerdorf, wo die Dorfbewohner vom Töpfern und Reisanbau leben.

Dieses Dorf lag gute 3 Stunden mit dem Bus von Phnom Penh entfernt in der Kompong Chhnang Province.
Die Busfahrt war auch etwas ganz besonderes, weil ich mich gewundert habe, dass dieser Bus überhaupt noch fährt: Er machte unglaublich ungesund klingende Geräusche und die Klimaanlage tropfte übertrieben doll. Daran lies sich nichts ändern, da der Bus mehr als überfüllt war. Also machte ich mir am besten garkeine Gedanken um das Wasser, was sich in einem regelmäßigen Abstand auf meiner Hose & meinem Kopf verteilte. Immerhin trocknet hier alles super schnell :D

Ein weiteres Highlight dieser Bustour war die sich immer wiederholende Karaoke-Show im TV, welche nur aus 3 Liedern bestand. Die Menschen LIEBEN Karaoke hier, das ist echt der Wahnsinn.

Ich setze also meine Kopfhörer auf, hörte meine Musik (die mir dann doch etwas mehr das Gefühl von Heimat vermittelte) und bewunderte die wunderschöne Landschaft!

Als wir endlich in der "Kleinstadt" (nur mal so zum Vergleich: Bei uns wäre diese Kleinstadt ein Dorf, aber das ist nichts im Vergleich zu dem wirklichen Künstlerdorf, deswegen muss ich es für euch ja irgendwie unterscheidbar machen xD) angekommen sind gab es Mittagsessen in einem lokalen Restaurant.

Ich habe mich allerdings nur getraut Gemüse mit Reis zu bestellen.. Wenn das so weiter geht werde ich noch zur Vegetarierin hier xD

Danach fuhren wir ins Guest House und packten unsere Sachen aus.
Mein erster Gedanke, als ich mein Zimmer sah: " Ich will den europäischen Standard zurück!" xD

Die Toilette funktionierte nicht richtig, das Waschbecken hatte an der Oberseite ein Loch, die Dusche bestand aus einem neben das Waschbecken gebohrten Duschkopf und die Tür konnte man nicht zumachen.
Das war ein Abenteuer..
Ich hatte erstmal 2 Stunden Pause – ich habe hier STÄNDIG Pause.
Vor dem Essen 2 Stunden, nach dem Essen mindestens 1 Stunde, vor dem Abendessen wieder 2 Stunden und dann den ganzen Abend! Das macht einen verrückt, wenn man es gewöhnt ist den ganzen Tag nur unterwegs zu sein und beispielsweise von 12-20 Uhr zu arbeiten..
Nachdem ich die Zeit irgendwie totgeschlagen habe, ging es um 13 Uhr endlich mit dem Tuk Tuk auf das wirkliche Land hinaus: Auf unbefestigten Straßen, an wunderschönen Reisfeldern vorbei, bis wir schließlich an einem kleinen Bauernhaus anhielten.

Dort sollte mein Töpferkurs also stattfinden. Die Frau, welche mir das Töpfern zeigte war großartig! Das war schon fast Töpferkunst und für sowas hat sie grade mal bis zu 3$ pro Stück verlangt; Sython meinte, dass es sonst niemand kaufen würde.
Bei uns zu Hause würde man dafür bis zu 20 Euro ausgeben und hier wird einem das schon fast nachgeworfen. Ich bin immernoch ganz fassungslos xD

Nach einem kleinen Rundgang, sah ich Ihr erstmal bei der Arbeit zu, bis sie meine Hände nahm und ich mit ihrer Hilfe begann den Lehm zu formen.
Es machte super viel Spaß, vorallem weil mich alle Dorfbewohner angeguckt haben und die Damen alle kicherten und mir verstohlene Blicke zuwarten.
Sython übersetzte für mich und meinte, dass alle von meiner hellen Haut & den hellen Haaren so begeistert waren – eine Art Schönheitsideal für Kambodschanerinnen.
Das ist auch der Grund, wieso alle immer lange Hosen und Oberteile tragen, trotz 35 Grad. Ein paar ganz verrückte tragen sogar Wollhandschuhe und eine Gesichtsmaske, damit ihr Haut nicht braun wird..

Also war ich irgendwie der Zirkushund des ganzen Dorfes, aber niemand war aufdringlich oder unhöflich

Nach dem Töpfern erkundeten Sython & Ich das Dorf – per Fahhrad! Ich dachte ich höre nicht richtig.. Und wenn jetzt irgendjemand denkt, dass ich meine verlorene liebe zum Fahrradfahren jetzt wieder gefunden hätte, dann irrt sich diese Person aber ganz gewaltig, gell Mama?

Aber immerhin konnte ich so viele schöne Fotos machen und musste meine Kamera nicht aus einem rasenden Tuk Tuk raus halten.

Sython unterhielt sich noch mit allen möglichen Dorfbewohnern, wir begutachteten ihre Arbeit und besuchten die Grundschule.

Auf dem Rückweg konnte Sython an einem Straßenstand nicht vorbei fahren, ohne sich typische khmer-Nudeln zu kaufen.

Ich lehnte dankend ab. Der (un)hygienische Umgang mit Fleisch richtet in der Stadt ja schon bedenken aus, da wollte ich nicht ausprobieren, wie mein verwöhnter europäischer Magen auf das ungekühlte Essen im Dorf reagiert..
Sython meinte danach noch wie selbstverständlich zu mir, dass er früher den Reis sogar noch gegessen hat, wenn Ameisen sich dort schon eingelebt haben. Na dann guten Hunger!


Kurz darauf nahmen wir wieder ein Tuk Tuk Richting Guest House und ich hatte wieder eine Stunde Freizeit bis zum Abendessen.

Gegessen wurde wieder im gleichen Restaurant wie zum Lunch & ich aß genau das gleiche Gericht.
Mein kambodschanischer Begleiter ging schom um 20 Uhr ins Bett und ich verbrachte den rest des Abends alleine in meinem fleckigen Bett, las mein Buch oder hörte Musik.

Der nächste Tag brach an und wir (wie ihr euch vielleicht denken könnt) im selben Restaurant wie gestern unser "Frühstück".
Sython bestellte sich eine Nudelsuppe und ich bekam vegetarischen, scharfen Reis. Da ich so etwas nicht schon um 9 Uhr morgends essen konnte, schob ich es her auf meinem Teller herum und mampfte auf dem Weg zum Dorf lieber ein paar Notfall-Oreo-Kekse, die ich noch in meinem Rucksack gefunden habe.
Was ein Frühstück..


Im Dorf angekommen machte ich mioch an die Arbeit meine getöpferten Werke zu verzieren.
Ich soll sie angeblich nach Phnom Penh geliefert bekommen, wenn sie fertig gebrannt sind. Mal gucken ob sie den Transport unbeschadet überstehen.
Vorsichtshalber habe ich drei schon fertig gebrannte Dinge mitgenommen, um auf der sicheren Seite zu sein.
Bevor wir wieder zum Mittagessen aufbrachen, machten wir noch eine kleine Besichtigung der "Kleinstadt". Die Gegend war wirklich unglaublich schön:

Überall sah man Reisfelder, Kokospalmen und kleine Wasserlöcher.
Wenn wir irgendwo angehalten haben, wurden wir sofort von den Menschen dort angesprochen, ob wir nicht zusammen mit ihnen am Straßenrand zu mittag essen wollten.
Überall wurde man freundlich empfangen, ganz nach dem Motto "was mein ist, ist auch dein". Als Dank spendete Sython für den dortigen tempel und wurde gleich mit einer Art Gesang gesegnet oder sowas.
Dann ging es zurück ins Guest House und keine 3 Stunden nach dem "Frühstück" stand auch schon wieder Lunch auf dem Plan.
Ich habe keine Ahnung wie Sython den ganzen Tag essen kann – und er hatte im Dorf sogar noch einen kleinen Snack!
Ich dagegen trank meine Cola und hatte meine Kekse, für den Fall doch noch hungrig zu werden.

Die Rückfahrt verlief ohne Probleme: Der Bus hörte sich besser an & die Klimaanlage funktionierte, dafür waren die Sitze allesamt schrottig und man durfte sich nicht zu viel bewegen, sonst wäre einem der Sitz auseinander gefallen.
Das gehört wohl zum kambodschanischen Lifestyle: Solange es nicht ganz kaputt ist, kann man es doch nocht verwenden. Passt schon irgendwie!


Ich habe jetzt erstmal ein 3 Tage Wochenende, weil der 09.11. Independence Day ist.

Bis jetzt habe ich noch keine Pläne & alle meine Mitbewohner sind ausgeflogen.
Ich bin gespannt was sich so ergibt. Hoffentlich finden sich andere Menschen, die Lust auf eine Unternehmung haben, weil ich nicht sonderlich erpicht darauf bin im Alleingang irgendwelche Dinge zu besichtigen..


Ich vermisse euch schrecklich und schicke euch etwas von der Wärme ins kalte Deutschland! ♥

8.11.12 13:59


Orientierungstag (05.11.2012)

 Mein gestriger Besuch auf dem Nachmarkt war tatsächlich erfolgreich! Dieser Markt war wirklich viel schöner angelegt, als der Central Market den wir Samstag Morgen besucht haben.
Der Nachtmarkt war eher wie eine Art Basar aufgebaut mit vielen Ständen am Rand und einem großen, mit Decken ausgestattetem Boden, auf dem man sein Essen zu sich nehmen konnte.
Ich habe schon die ersten Geschenke für Weihnachten gekauft und eine von diesen lustigen & luftigen "Aladin-Hosen". Und das alles für nur 8$ :D
Zu Hause wieder angekommen wollte ich mich schon ins Bett verkriechen, damit ich für heute Morgen fit bin, aber die Klimaanlage hat schon wieder gestreigt und komische Geräusche von sich gegeben.. an Schlaf war also wieder nicht zu denken.
Heute Morgen wurde Ich von meinem khmer-Projektleiter Sython um 8:30 abgeholt und erstmal ins Büro von Projects Abroad gebracht. Nach einer kleinen Führung habe ich eine Mappe mit einem Stadtplan von Phnom Penh und einen groben Ablauf für mein Projekt bekommen. Zusätzlich gab es noch alle möglichen Zusatzinformationen, die ich mir aber schon von meiner Projects Abroad Page ausgedruckt habe
Als erstes stand heute eine kleine Stadtführung auf dem Plan.
Per tuk tuk gings dann recht flott von meinem Apartment in Richtung Königspalast, zur Flusspromenade und an allen möglichen anderen Sehenswürdigkeiten vorbei. Nebenbei wurde mir noch etwas von der kambodschanischen Geschichte erklärt und der schnellste Weg wieder nach Hause beschrieben.
Merken konnte ich mir natürlich nichts, aber davor hatten mich schon Andere gewarnt :D
Pünktlich zum Mittagessen waren wieder im Apartment, aber ich bin es leider einfach wirklich nicht gewöhnt um 12 Uhr schon etwas zu Essen – außer vielleicht ein spätes Frühstück und Kaffee xD
Also aß ich etwas Reis und zum Nachtisch Wassermelone. Danach gabs 2 Stunden Freizeit, die ich eigentlich nicht gebraucht hätte..
Also blätterte Ich in einer Zeitschrift rum, löste ein Kreutzwort-Rätsel und ein Sudoku. Irgendwann hatte ich genug davon und bin aufs Dach gegangen, um in meinem Roman etwas zu lesen.
Die Zeit schlich dahin, bis mich Sython um 14:15 wieder mit einem tuk tuk einsammelte.

Für den Nachmittag war ein Besuch im National Museum geplant.
Das Gebäude ist ein wirklich wunderschöner, roter Palast mit zahlreichen verschnörkelungen und Schlangenähnlichen Gebilden auf dem Dach.
Sython erklärte mir auch die Bedeutung davon und von zahlreichen anderen Tieren, aber eigentlich sind so gut wie alle Tiere ein Symbol für Wasser, Reinheit und Wiedergeburt xD
Seine 10 Minütigen auswendig gelernten Reden hätte man auch auf ungefähr 2 Minuten kürzen können, dann wäre der ärmste nach dem Besuch im Museum nicht so außer Atem gewesen hihi
Danach ging es noch in den prächtigsten Tempel in der ganzen Stadt. Menschen von überall her kommen angeblich zu diesemTempel, wenn sie keine Hoffnung mehr haben oder ihnen ein ganz wichtiger Wunsch erfüllt werden soll.
Es gab überall wunderbar duftende Räucherstäbchen und wundervolle Gemälde an den Wänden und es stehen unglaublich viele Buddha Statuen in diesem Raum oder Statuen von anderen Göttern – die Kambodschaner machen es sich auch recht einfach und basteln einfach aus zwei Gottheiten eine Statue, wenn Sie an beide Götter glauben :D
Ich habe es jetzt gerade kurz nach 6 Uhr Abends und sollte langsam wieder zurück ins Apartment!

Tausend Küsse an euch alle ♥

5.11.12 12:18


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