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Langes Wochenende & Feldarbeit (09.11. - 13.11.2012)

Meine drei freien Tage waren wirklich nicht so langweilig wie ich gedacht habe. Ich hatte großes Glück, dass nicht alle Teilnehmer von Projects Abroad an den Strand gefahren sind & so verbrachte ich die meiste Zeit mit der Dänin Hanne (45) und Sam (23) aus Australien. Sam ist win wirkliches Goldstück, weil sie unglaubliche Ähnlichkeit mit meiner Freundin Johanna hat und wir zwei uns auf Anhieb mochten.

Zu dritt haben wir das ganze Wochenende ein paar Ausflüge in den Supermarkt gemacht, einen Tempel besichtigt und Abends Filme geguckt oder einfach nur miteinander geredet. Beide sind unglaublich kommunikativ und auf ihre Art interessante Menschen, sodass man sich wirklich immer etwas zu erzählen hat.
Sonntag haben wir beschlossen Brunchen zu gehen und das als eine Art Ritual ab jetzt jeden Sonntag zu machen, in einem Restaurant welches sich "Laughing Fat Man" nennt.
Es gab wunderbare Pancakes und Kaffe – da kam dann das erste Mal das Gefühl "zu Hause" zu sein auf!

Im Apartment angekommen wartete ich fieberhaft auf meine neue Zimmergenossin: Sarah ist 19 Jahre als & kommt aus der Nähe von Ulm. Es ist wirklich toll, wieder etwas mehr deutsch zu reden und vorallem jetzt nicht mehr alleine im khmer-Projekt unterwegs zu sein!


Gemeinsam zogen wir also am Montag Morgen mit unseren Rucksäcken los, um zwei Tage auf einer typisch kambodschanischen Farm zu leben und auf einem Reisfeld zu arbeiten.

Ich dachte ja, dass wir wieder mit einem Bus an unser Ziel gebracht werden, aber ich habe mich leider geirrt & mein schlimmster Albtraum wurde wahr:
Wir fuhren tatsächlich auf einem viel zu schnellen Mofa die zwei Stunden bis ins Dorf und hatten nur einen schlecht sitzenden Helm auf.
Nachdem ich mich irgendwann an diese Art der Fortbewegung gewöhnt hatte dachte ich mir "Jetzt kannst du das nächste Mal auch mit deinem Onkel Motorrad fahren, wenn du wieder in Hessen bist".

Abgehärtet bin ich jetzt aber wirklich!


Im Dorf angekommen gab es zum Lunch das hier wohl typische Gericht: Grüne Bohnen mit Rindfleisch und eine Art Gemüseeintopf, dazu natürlich immer Reis.
Den kann ich schon jetzt nach fast 2 Wochen nicht mehr sehen xD

Nach dem Lunch packten wir unsere Sachen in das gemeinsame Schlafzimmer, wo neben uns beiden auch die Besitzer des Hausen & Sython übernachtet haben. Für uns wurde extra eine Matratze hingelegt & ein riesiges rosa Moskitonetz darüber ausgebreitet – die anderen schliefen auf Strohmatten auf dem Boden.

Bevor wir aber überhaupt nur ans zu Bett gehen denken konnten, ging es auch schon aufs Reisfeld.

Und wenn ich zu zweit auf einem Moto schon fast gestorben bin, dann könnt ihr euch sicherlich vorstellen wie gut es mir ging, als Sython verkündete, dass wir nun zu dritt die 5 Minuten zum Reisfeld auf einem Moto fahren sollten.
Gesagt, getan & es hat unglaublicher Weise funktioniert!


Auf dem Feld wurden wir von wildfremden Menschen herzlich begrüßt und als Sython angeboten hat, dass wir den Menschen helfen wollen, waren sie ganz aus dem Häuschen.
Wir stapften also fast knietief in lauwarmen Matsch herum und versuchten einzelnde abgeschnittenen Reisstängel in den Boden zu drücken.
Nach einer Viertelstunde des immer wieder Bückens ohne sich wirklich im Matsch bewegen zu können gab ich leider schon auf.

Die Hitze machte einem dann doch ganz schön zu schaffen, wenn sie Sonne bei 32 Grad auf dich herunter knallt und man nicht wirklich die Möglichkeit hat etwas zu trinken.
Meine Rückenschmerzen machten sich auch wieder bemerktbar und deswegen setzte ich mich lieber in den Schatten und trank mein Wasser. Sarah folgte mir wenige Minuten später.

Eine große Hilfe waren wir den Menschen nämlich nicht, da wir die Reisstängel nicht tief genug in den Boden drücken konnten.. man hat am Ende also ziemlich genau gesehen wo wir gearbeitet haben xD

Es ist wirklich unglaublich, wie die Menschen das den ganzen Tag machen können, mit einer kurzen Pause zum Mittagsessen & einer kurzen Pause am Nachmittag!


Voller hochachtung gesellten wir uns zu deren Abendessen und Sython futterte munter Reis mit irgendwelchen Schweine-Innereien.
Wir ließen lieber die Finger davon und schauten den Menschen bei ihren wilden Unterhaltungen zu. Das war sogar für uns so ein großer Spaß, sodass es wirklich das erste Mal war, dass ich es bedauert habe die Sprache nicht zu sprechen.
Sython hat sich sogar so verquatscht, dass wir unser Abendessen fast verpasst haben.
Wieder in unserer Unterkunft angekommen hatten wir keinen sehnlicheren Wunsch, als einfach nur kalt zu duschen, etwas zu essen und dann totmüde ins Bett zu fallen.
Wir hatten zwar eine normale Toilette und ein Waschbecken, aber keine Dusche und auch keine Lampe in unserem kleinen "Badezimmer". Und hier wird es verdammt schnell dunkel!
Also versuchten wir so gut es ging uns von dem festgetrockneten Schlamm zu befreie, aber leider hat das nicht sonderlich gut funktioniert.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als auf der Schlammschicht noch schön viel Insektenspray zu verteilen und dann sandig und klebrig unter unser Moskitonetz zu verschwinden.
In Kambodscha ist es üblich schon gegeb 20 Uhr schlafen zu gehen, weil die Menschen zumindest auf dem Land gegen 3 oder 4 Uhr Morgends wieder aufstehen.
Also wurde uns das Licht um Punkt 8 ausgemacht & Sarah und Ich führten unsere Unterhaltung im dunkeln weiter, schliefen aber auch recht schnell ein.
Sonderlich gut geschlafen habe ich allerdings nicht, da es im Tempel des Dorfes eine buddhistische Zeremonie gab oder eine Art Fest.
Auf jeden Fall wurde fast die ganze Nacht eine komische Xylophon-Melodie gespielt die man wirklich laut gehört hat, da es um uns herum ja wirklich totenstill war.
Und das Zirpen der Grashüpfer war ein so ungewohntes Geräusch für mich, dass ich mich mehr oder weniger bis zum Sonnenaufgang nur von einer Seite auf die andere gedreht habe..
Der nächste Morgen begann wieder mit einem viel zu herzhaften Frühstück: Yumm-Yumm Instant Nudelsuppe mit irgendwelchen Innerreien (die wir zum Glück nicht serviert bekommen haben).
Sarah & Ich haben uns wirklich gefragt, wie die Menschen das hier nur essen können.. Vorallem scheinen sie wirklich immer nur das gleiche zu essen. Morgends Suppe, Mittags Reis mit Gemüse & Abends eine ander Variation Reis mit Gemüse und Fleisch.
Mir währe das auf dauer wirklich zu einseitig..


Nach dem Frühstück ging es zurück aufs Reisfeld, aber dieses Mal verbrachten Sarah & Ich die Stunde lieber mit Fotografieren und Wasser trinken!
Ich bin so froh, dass Sarah auch eine Leidenschaft fürs Fotografieren hat. So bin ich nicht der einzige "Depp" der ständig stehen bleibt und Sython leicht nervt hihi

Nachdem wir das Reisfeld wieder verlassen haben und einen beinahe Kampf mit einem Büffel hatten (dieses riesen Vieh hat sich einfach auf unseren Weg gelegt und sich nicht mehr vom Fleck bewegt!) ging es mit dem Moto zu einem Tempel – dem gleichen Tempel mit der wunderbaren Xylophon-Melodie, die mich die ganze Nacht nicht schlafen lassen hat.
Aber der Tempel an sich war wirklich wunderschön und genauso überdekoriert wie alle anderen Tempel.
Überall gab es Buddha-Figuren oder andere Skulpturen, queitsche bunte Bilder an den Wänden und der Decke und Massenhaft Räucherstäbchen
Außerdem besuchten wir noch die Schule des Dorfes.
Es wurde gerade Englisch unterrichtet und wir sollten uns mit in die Klasse setzen.
Der "Englischlehrer" sprach selbst so ein schlechtes Englisch, dass Sarah & Ich ihm in der Pause erstmal Ratschläge erteilten und seine Aussprache korrigierten.
Die Klasse lernte gerade Obst und Gemüse auf Englisch kennen und schrieb einen kleinen Vokabeltest.
Der Lehrer wollte, dass die Kinder das Wort "ginger" (also Ingwer auf Englisch) aufschreiben. Aber anstatt das "g" wie ein gesummtes "dsch" auszusprechen hat er das Wort einfach total stumpf so gelesen, wie es dort steht.
Sarah & Ich sind total verblüfft gewesen, dass sich so jemand Englischlehrer nennen darf.. Am liebsten hätten wir den Kindern mal zu jeder Vokabel die richtige Ausprache beigebracht, aber wenn Grundschüler erstmal etwas falsch gelernt haben ist es so gut wie unmöglich das zu korrigieren.
Mal davon abgesehen, dass es diese 20 Minuten auch nicht wirklich gebracht hätten, selbst wenn wir versucht hätten den Kindenr etwas zu erklären.
Also haben wir versucht wenigstens dem Lehrer ein paar Tricks zu verraten, aber sogar der "Englischlehrer" hat uns nicht sonderlich verstanden und Sython musste Übersetzer spielen.
Leicht frustriert und irgendwie traurig gingen wir zum Lunch wieder zu unserer Unterkunft und traten danach wieder die Heimreise nach Phnom Penh an.

Zwei Stunden und unzählige Schlaglöcher später haben wir den fast vergessenen "Luxus" wieder erreicht: Unsere Dusche!

Wenn man ein paar Tage unter noch extremeren Bedingungen gelebt hat, kommt einem die schmutzige und komisch riechende Dusche von unserem Zimmer wie das Paradies vor.
Aber ich freue mich jetzt schon auf ein wunderbar gut duftendes Schaumbad, wenn ich wieder in Hamburg bin. Da kriegt man mich dann für die nächsten Stunden bestimmt nicht mehr raus – mal davon abgesehen, dass ich hier soweiso das Gefühl habe nicht richtig sauber zu werden, selbst wenn ich geduscht habe xD

Sarah und Ich haben dann noch einen Spaziergang zum Supermarkt gemacht und Ich habe ihr etwas von unserer Umgebung gezeigt und erklärt.
Wirklich alleine war ich ja auch noch nicht unterwegs, deswegen war ich sehr froh, dass wir alle gefunden haben
Mit Nutella und Süßigkeiten bewaffnet ging es zum Abendessen wieder in unser Apartment.
Es ist wirklich so viel schöner, wenn man sich mit jemandem mal länger als 5 Minuten unterhalten kann und sich vorallem auch über die ein oder andere typisch deutsche Eigenart austauschen kann!
Der Abschied von Sarah & Sam wird mir jetzt schon unglaublich schwer fallen, das weiß ich genau!
Aber vielleicht finden sich hier ja ein paar Freundschaften die für eine längere Lebedsdauer bestimmt sind – und sei es auch nur über Emails, wenn mir Sam von einem Kanguru erzählt, dass durch ihren Vorgarten hüpft!
Zumindest heute fühle ich mich etwas mehr angekommen und bin das erste Mal hier so gut wie zufrieden.

Ich hoffe euch geht es allen gut und ihr friert mir daheim nicht fest

15.11.12 14:56
 


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